Handyentzugserscheinungen an der GSH

H A M B U R G-H A R B U R G :: Schüler und Schülerinnen mit Medienentzug an der GSH (Goethe-Schule-Harburg) überfordert.

Schüler und Schülerinnen bilden sich Handy ein (Foto: Lina Mackeprang)

Seit dem 30.01.2018 gilt an der GSH ein allgemeines Medienverbot. Trotz großer Diskussionen dürfen nun die Unter- und Mittelstufe technische Geräte nicht mehr sichtbar mit sich tragen. Sollten die Handys im Unterricht klingeln, werden sie bis zum nächsten Tag eingezogen. Laut einer Umfrage der TUHH (Technische Universität Hamburg Harburg) seien 90% der Schüler und Schülerinnen gegen dieses Verbot gewesen.

Seit die Schülerinnen und Schüler ihre Handys nicht mehr verwenden dürfen, zeigen sich erste Anzeichen von Entzugserscheinungen. Bei den Jugendlichen ist derzeit zu beobachten, dass sie sich einbilden, technische Geräte in den Händen zu halten. Man könne es schon fast Wahnvorstellungen nennen. Während unserer Recherchearbeiten kamen mehrfach Schüler und Schülerinnen auf uns zu und fragten uns Dinge wie: „Haben Sie schon mein neues Bild auf Insta geliked? Ich heiße dort: m_camps.“ Außerdem tun sie so, als würden sie Musik hören oder Selfies machen.

Kein Lehrer hätte gedacht, dass dieses Verbot so große Auswirkungen auf das psychische Verhalten der Schüler und Schülerinnen haben würde. Ein Lehrer sagte uns: „Wir sind davon ausgegangen, dass sich das Sozial- und Kommunikationsverhalten unter den Schülern bessern würde.“ Stattdessen trat das genaue Gegenteil ein.

Die Eltern der Schüler und Schülerinnen sind vom Ergebnis negativ überrascht, da sie gedacht hätten, dass ihre Kinder auch ohne Handys klarkommen würden. Die Eltern einer Schülerin namens Alissa (15), welche in die 9mu geht, beklagten: „Wir dachten, wir hätten unser Kind gut darauf vorbereitet.“ Andere berichteten uns von den Erlebnissen zu Hause: „Unsere beiden Kinder sind sofort am Handy und müssen Fernsehen gucken.“

Man sollte den Schluss ziehen, dass ein auf lange Zeit durchgeführter Entzug von technischen Geräten nur schädlich sein kann. Wir würden auf dem Pausenhof eine Handyzone für jeden Jahrgang einrichten wollen, welche aber nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen hätte.